Doppelte Rendite durch gesunde Führung

Was macht Menschen bei der Arbeit eigentlich krank? In unseren Seminaren bekommen wir so gut wie nie zu hören „mein PC“ oder „mein Bürostuhl“. Stattdessen kommen Antworten wie „der Zeitdruck aufgrund der Zielvorgaben“, „der Kollege im Büro“, „die unzufriedenen Kunden“ oder auch „mein Chef“. Lesen hier, wie Sie bei sich und bei Ihren Mitarbeitern die Leistungskraft dauerhaft erhalten!

Bei den  Beschäftigten wiegen psychosoziale Aspekte der Arbeit wesentlich schwerer als die nicht funktionierende Software oder die mangelhafte Ergonomie. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Daher sind soziale Bezüge von größerer Bedeutung für die psychische Gesundheit als technische Bedingungen. Lange Zeit haben wir den Fokus ausschließlich auf die Technik gelegt und merken nun, dass wir im Arbeitsleben ein neues Miteinander brauchen, wenn wir dauerhaft leistungsfähig bleiben wollen. Vor diesem Hintergrund macht es Sinn, alte Annahmen zu überdenken und neuen Ansätzen Raum zu geben.

Tipp 1: Menschen wollen arbeiten – und dabei gesund bleiben
Menschen wollen einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen. Die Ansicht, die Mehrzahl der Deutschen sehne sich nach einer Freizeitgesellschaft, ist nicht belegt. Im Gegenteil: Nach einer Umfrage des Online-Stellenportals Monster würde nur jeder Fünfte bei einer Erbschaft oder einem Lottogewinn seinen Job aufgeben. Der Großteil der Berufstätigen würde trotz Geldsegen weiterarbeiten. Eine verbreitete Meinung ist auch, dass sich Beschäftigte überwiegend von Geld und anderen Einkommensbestandteilen wie Dienstwagen, Tankkarte usw. motivieren lassen. Eine seit 2008 laufende Langzeitstudie, an der sich mehrere tausend Menschen beteiligt haben, zeigt jedoch: wir erreichen im Job vor allem dann gute Leistung, wenn wir Fortschritte bei unseren Aufgaben und Projekten erzielen können, ein positives menschliches Klima herrscht und unser Gestaltungs- und Verantwortungsspielraum groß genug ist.

Tipp 2: Gesundheit ist mehr als Einzelaktivitäten für den Körper
Die meisten Gesundheitsmaßnahmen in den Betrieben legen den Fokus auf rein körperliche Aspekte. So werden bereits häufig Aktionen wie Betriebssport, Business-Yoga, Aktionspläne für eine starke Wirbelsäule und Mineralwasser angeboten. All diese Maßnahmen sind richtige Schritte in die richtige Richtung. Wichtig ist jedoch, dass die Psyche der Mitarbeiter dabei nicht übersehen wird, denn auch die Psyche hat einen ganz erheblichen Anteil bei Krankheit. Viele Beschäftigte wünschen sich statt einer Rückenschule mehr Rückendeckung von ihrem Chef. Allein durch gesundes Führen könnten schon viele Rückenschmerzen, die durch Anspannung und Verspannung entstehen, von allein verschwinden. Das wäre gleichzeitig deutlich günstiger als die Kooperationsverträge mit den örtlichen Fitness-Studios.

Tipp 3: Ungesunde Führung ist teurer als erwartet
Ungesunde Selbst- und Mitarbeiterführung verursacht Kosten sowohl auf der individuellen als auch auf der unternehmerischen Ebene. Die individuellen Kosten trägt jeder einzelne. Die Lebensqualität sinkt, das Krankheitsrisiko steigt und schmälert damit auch die Karrieremöglichkeiten, Verdienst und Vermögensaufbau.

Die Kosten für Unternehmen sind oft nur indirekt messbar und werden derzeit noch kaum systematisch erfasst. Hier nur ein Beispiel: untersucht wurden die finanziellen Schäden durch unhöfliches beziehungsweise respektloses Chef-Verhalten. 88 Prozent der schlecht von ihrem Vorgesetzten behandelten Mitarbeiter schädigen als Vergeltung das Unternehmen, 48 Prozent reduzieren absichtlich die Arbeitsleistung. Notorisch respektlose Führungskräfte können zudem die Kreativität und Konzentration ihrer Mitarbeiter um 20 bis 30 Prozent senken.

Tipp 4: Gesund Führen nutzt allen
Gesundes Führen bringt Unternehmen eine finanzielle und eine ideelle Rendite. Die finanzielle Rendite wird durch zahlreiche Return-on-Investment-Untersuchungen belegt. Besonders große und nachhaltige Wirkungen entfalten Maßnahmen, wenn sie kontinuierlich erfolgen und sowohl die Selbstführung als auch die betrieblichen Rahmenbedingungen (Mitarbeiterführung) optimiert werden. Unternehmen mit überdurchschnittlich und nachhaltig motivierten Mitarbeitern kommen im Durchschnitt auf eine Umsatzrendite von 27,4 Prozent, während Firmen mit schlecht motivierter Belegschaft bei durchschnittlich 9,9 Prozent und damit um den Faktor drei niedriger liegen.

Tipp 5: Der Chef ist auch bei der gesunden Selbstführung Vorbild
Von einer gesunden Selbstführung profitiert die Führungskraft – aber auch die Mitarbeiter und das Unternehmen als Ganzes haben Vorteile. Einsicht und Veränderung beim anderen kann auf Dauer nur bewirken, wer selbst mit gutem Beispiel vorangeht. In der Psychologie heißt dieses Phänomen Modell-Lernen. Wenn Chefs nicht mit gutem Vorbild vorangehen, werden Chancen verschenkt, denn die vorbildhafte Selbstführung des Chefs ist einer der wichtigsten Motivations- und Loyalitätsförderer für die Mitarbeiter. 

Sie wollen mehr zum Thema „Gesund Führen“ erfahren? Hier geht es zu unserem offenen Seminar. Oder nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir freuen uns auf Sie!

Literatur

Matyssek, Anne Katrin (2012): Führung und Gesundheit. Ein praktischer Ratgeber zur Förderung der psychosozialen Gesundheit im Betrieb. Noderstedt.

Strauss, Nicole (2013): Gesund Führen. Leistung und Lebensfreude für Chefs und Mitarbeiter. Saarbrücken.